Der Präsident des Instituts der Großregion

Der Verwaltungsrat des IGR hat am 12.09.2012 Roger Cayzelle, Präsident des Conseil Economique, Social et Environnemental de Lorraine (CESEL) als neuen Präsidenten des IGR gewählt.

Herz und Kern der Groβregion, das Groβherzogtum Luxemburg beherbergt den Sitz des IGR im Schloss Munsbach, das auch seit 1981, dank der Initiative des damaligen Ministerpräsidenten Pierre Werner seinen Vorgänger IRI untergebracht hat, und nimmt im Leben und in der Aktion des IGR einen bevorzugten Platz ein. Daher hat Roger Cayzelle groβen Wert darauf gelegt, begleitet vom ausscheidenden Präsidenten Nothomb und von Mathias Schaack, luxemburgischer Vizepräsident und Schatzmeister, der luxemburgischen Presse die Prioritäten seines neuen Mandats vorzustellen. Nach einem kurzen Grußwort von Eric Martin, der die besondere Bedeutung der Großregion für die BGL BNP Paribas unterstrichen und seine Freude, 2 prominente Präsidenten des IGR in seinem Hause empfangen zu dürfen, zum Ausdruck gebracht hat, hat Mathias Schaack die Eckdaten und Verdienste der nahezu 11 Jahre der Präsidentschaft Charles-Ferdinand Nothombs geschildert. Im Anschluss hat CF Nothomb sich gefreut, die Führung des IGR einer Persönlichkeit wie Roger Cayzelle, dessen Kompetenzen und Überzeugungen für die Zukunft des IGR und der Großregion vielversprechend sind, übergeben zu können. Der Präsident Cayzelle hat sich in seinem Vortrag bemüht, die Identität des IGR, seine laufende Aktion und die Perspektiven der Zukunft vorzustellen. Neben den variierten Einrichtungen, die die Großregion animieren, stellt das IGR eine einmalige, freie und beständige Dialogplattform dar. Ungeachtet ihrer Herkunftsregion und ihrer politischen Meinung oder Parteimitgliedschaft, kennzeichnen sich die Mitglieder des IGR durch folgende Charakteristiken, die ihre Zusammenarbeit ermöglicht :
- die Freiheit der Initiative : alles im Verwaltungsrat des IGR beruht auf Freiwilligkeit ;
- die europäische und grenzüberschreitende Überzeugung, dabei die Gewissheit, dass die Grenzzonen einen günstigen Raum für sozio-ökonomische Entwicklung anbieten ;
- der Voluntarismus, der geteilte Wille, gemeinsam die Dinge zu bewegen, durch Überlegungen, Aussagen, Hören, Impulse. Das wichtigste Thema für das Jahr 2012 und die erste Hälfte von 2013 ist die Studie zum Thema „Entwicklungspolitik des ländlichen Raums in der Großregion“, die dem IGR von der wallonischen Region in Auftrag gegeben worden ist. Die Kernfrage ist die des geeigneten Platzes des ländlichen Raums und seiner Integration in der Metropol-Strategie, die der Gipfel im Zuge der Metroborder-Studie für die Großregion angenommen hat.

Ein weiteres wichtiges Thema stellt die Frage der Governance dar. Das IGR verfolgt in diesem Zusammenhang das Ziel, die spezifischen, geeigneten Verwaltungsweisen für eine effiziente Vernetzung grenzüberschreitender Räume wie die Großregion, die die Mitwirkung aller privaten und öffentlichen Akteure ermöglichen, zu identifizieren. Schließlich hat das IGR die Aufarbeitung des „Zukunftsbild 2020 für die Großregion“ bereits 2012 angefangen und wird diese Arbeit 2013 fortsetzen. Dieses Dokument, das 2003 von einer politischen Kommission unter der Leitung von Jacques Santer als „schöpferische Utopie“ hervorgebracht worden ist, verdient nunmehr eine aufmerksame Zwischenbilanz und eine Aktualisierung. Momentan bereitet das IGR, anhand eines bald zu verteilenden Fragebogens, die Zwischenbilanz vor. Im Anschluss wird 2013 die Auswertung der Ergebnisse und die Sammlung neuer Ideen für die Aktualisierung stattfinden. Neben der Fortsetzung der Studie zum ländlichen Raum und des Konferenzzyklus zu dieser Thematik zwischen Dezember 2012 und Juli 2013, wird die Fortschreibung dieses Zukunftsbildes als „schöpferische Utopie“ einen 2. wesentlichen Teil der Aktion des IGR 2013 darstellen. Was die Zukunftsperspektiven anbelangt, möchte Roger Cayzelle, im Rahmen des IGR, eine gründliche Überlegung einer für die Großregion wesentlichen Frage widmen : weshalb beobachtet man im großregionalen Kontext diesen Gegensatz zwischen einerseits, den bedeutsamen und wachsenden Strömen zwischen Menschen und Unternehmen und andererseits, dem institutionellen Stau ? Es geht darum, darüber Gedanken auszutauschen, ohne Aggressivität noch Anschuldigung : welche sind die Hindernisse, die den notwendigen Fortschritt der Institutionen der Großregion beeinträchtigen ? In diesem Zusammenhang solle man, in einem ruhigen, gemäßigten Vorgang, aber auch ohne Tabu, sich manchen offenen Fragen stellen, wie die der geographischen Größe der Großregion (Unterschied zwischen rechtlichem und effektivem Gebiet) oder die des Governance-Systems. Im Zuge der Auseinandersetzung mit diesen Fragen möchte das IGR auch zur Umsetzung eines sichtbaren und konkreten Aktionsplans anleiten. Schließlich möchte das IGR gleichzeitig seine Sichtbarkeit erhöhen und seine Inspirationsquellen erweitern. In diesem Sinne wird es seine Bemühungen, möglichst viele Leute einzuladen und sie sich anzuhören, um neue, fruchtbare Zeugnisse, Ideen, Anregungen zu sammeln, intensivieren. „Wir sind nicht alleine“, schließt Roger Cayzelle, die Absicht des IGR sei es, Kräfte zu bündeln und innovative Ideen zum Dialog zu bringen, damit die „Utopie sich für eine gemeinsame Zukunft als schöpferisch erweist“.

© IGR asbl 2010